Was James Bowie in „Alamo“ für das Bowie Messer war, war John Rambo in „First Blood“ für das Hohlgriff-Messer, oder das sogenannte Survival-Messer. Es folgten Filme wie „Commando“ und „Predator“ in denen Hohlgiff-Messer grosse Auftritte hatten. Es war die Geburtsstunde eines neuen Hypes, ein Trend der bis in die 90er andauerte. In den 80er Jahren fertigte fast jeder Messermacher der etwas auf sich hielt wenigstens ein Hohlgriffmesser. Auch bei Serienherstellern wurde eine richtige Welle von Hohlgriff-Messern hergestellt, diese sind jedoch meistens, mit Ausnahme von „Chris Reeve Knives“ und einigen anderen, Schrott.

 Der Trend verblasste jedoch sehr schnell, „Randall Made Knives“ blieb zwar bis Heute mit seinem Vietnam-Klassiker auf dem Markt, „Chris Reeve“ fertigt bis Heute seine erfolgreichen Vollintegral Hohlgriff-Messer, Jack Crain fertigt, oder gibt dies zumindest an, noch immer seine Film-Messer. Doch wo sind all die anderen Messermacher geblieben, die eine solch riesige Anzahl an Variationen und Ausführungen wie in den 80er boten? Sie haben, mit wenigen Ausnahmen, das Hohlgriff-Messer aufgegeben. Bei den Messermachern die noch Hohlgriff-Messer anbieten, findet sich meistens nur eine Auswahl von 1 oder 2 verschiedenen Versionen. Ich war enttäuscht über diese Situation.

 Dies änderte sich schlagartig, als ich auf Farid R. Mehr traf. Seine Messer erfreuen sich vor allem bei Militäreinheiten grosser Beliebtheit, und dies nicht ohne Grund. Ich habe noch keine stabileren Messer in der Hand gehalten. Seine Hohlgriff-Messer sind fantastisch. Die Hohlgriff-Messer an sich werden oft kritisiert, da die Verbindung zwischen Klinge und Griff verbunden werden muss, dies ist ein Schwachpunkt wenn es ungenügend gemacht wird, einige Messer, allen voran Serienproduktionen, wurden of nur zusammen gelötet, da ist klar dass das Messer bei hartem Einsatz bricht. Andere wie „Chris Reeve“ fertigen ihre Messer in Vollintegral-Bauweise, dies ist bei völlig von Hand gemachten Messern jedoch extrem aufwändig und kostspielig. Bei Farid ist für mich dieser Umstand überhaupt kein Schwachpunkt, da die Messer extrem stabil konstruiert sind. Ich zweifle sehr daran, dass man eines seiner Messer im Einsatz oder mit sonstiger Körpergewalt brechen kann. Die Verbindung zwischen Klinge und Griff wird von ihm zuerst mit einem Gewinde versehen und danach verschraubt, die Verbindungen werden dann verschweisst und zum Schluss mit Epoxidharz aus der Britischen Luftfahrt ausgegossen. Mit diesem Epoxidharz werden normalerweise die Flügel des Harrier Jets an den Rumpf geklebt, es trägt 2700 kg auf 2,7 Quadratzentimeter.

 Die Hohlgriffe sind nicht wie oft üblich aus Aluminium gerollt, sondern aus einem massiven Stück 303 Stahl herausgefräst, und das nicht mit CNC Maschinen sondern in Handarbeit. Eine extrem aufwendige Arbeit.

 Nochmals zur Erinnerung, Farid,s Messer sind totale Einsatz und Gebrauchsmesser, Elfenbein und Ebenholz sucht man an seinen Messern vergebens. Er stellt Werkzeuge her, auf die man voll vertrauen kann, bei einer Klingenstärke von wahlweise 7mm – 1cm braucht man nicht davor zurückzuschrecken, auch mal eine Tür aufzubrechen oder ein Fenster auszuhebeln, dass Messer wird halten, dafür wurden sie konzipiert.